Von Hammersbach bis zur Höllentalangerhütte

Höllentalklamm Wanderung

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Die Wanderung im Überblick

Die Höllentalklamm-Wanderung ist eine der spektakulärsten Wanderungen in den bayerischen Alpen. Von Hammersbach in Grainau geht es durch eine bis zu 150 Meter tiefe Schlucht voller Tunnel, Stege und tosender Wasserfälle hinauf zur Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern. Auf rund 11,5 Kilometern und etwa 630 Höhenmetern erlebst Du die Wetterstein-Wand aus nächster Nähe, kühlst Dich im Sprühnebel des Hammersbachs ab und sitzt am Ende bei einer Einkehr vor einer der schönsten Hütten der Zugspitzregion. In diesem Tour-Guide findest Du alle Kennzahlen, die Route Schritt für Schritt, Tipps zu Anreise und Ausrüstung und die Antworten auf die Fragen, die immer wieder zur Tour gestellt werden.

Kennzahlen der Höllentalklamm-Wanderung
Startpunkt Wanderparkplatz P2 Hammersbach, Grainau
Zielpunkt Höllentalangerhütte
Strecke ca. 11,5 km (hin und zurück)
Aufstieg ca. 630 Höhenmeter
Gehzeit 4 bis 5 Stunden reine Gehzeit, mit Einkehr 5 bis 6 Stunden
Schwierigkeit mittel (T2), Trittsicherheit und Grundkondition nötig

Die Tour startet mitten im Grainauer Ortsteil Hammersbach. Du folgst dem rauschenden Hammersbach erst durch den schattigen Bergwald. Direkt nach der Höllentaleingangshütte wird es spektakulär: Auf gut tausend Metern Länge zwängt sich der Weg durch Tunnel, über Stege und an Wasserfällen vorbei durch die Schlucht. Oben angekommen öffnet sich das Höllental zu einer fast unwirklichen Bergkulisse, und nach der Hochtal-Wanderung steht die Höllentalangerhütte mit Suppe, Kuchen und Bergpanorama bereit.

Der Rückweg führt auf demselben Weg zurück nach Hammersbach, alternativ als Variante über den Stangensteig, der die Klamm außen umgeht, aber absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Insgesamt eine Wanderung, die mit einer guten Grundkondition gut machbar ist.

Zur Visualisierung der Tour haben wir eine interaktive 3D-Karte erstellt, die Dir hilft, Dir ein klares Bild von der Tour zu machen.

Anreise und Parken in Hammersbach

Hammersbach ist ein kleiner Ortsteil von Grainau, direkt am Fuß des Waxenstein. Du erreichst ihn entweder mit dem Auto, mit der Bayerischen Zugspitzbahn oder mit dem Bus aus Garmisch-Partenkirchen.

Mit dem Auto

Aus Richtung München fährst Du über die A95 bis Garmisch-Partenkirchen und folgst dann der B23 in Richtung Grainau/Zugspitze. Im Ortsteil Hammersbach ist der Wanderparkplatz P2 Hammersbach ausgeschildert. Er liegt direkt am Tourstart. Aber Achtung: Grainau und insbesondere diese Wanderung sind schon lang kein Geheimtipp mehr. Entsprechend ist diese Parkmöglichkeit schnell ausgereizt. Sollte P2 besetzt sein, kannst Du Dein Glück am Wanderparkplatz P1 (Zugspitzstraße) in 1,2 km Entfernung versuchen oder am Parkplatz P4 am Kurhaus in 1,7 km Entfernung.

Mit Bahn und Bus

Entspannter geht es mit der Bayerischen Zugspitzbahn: Von Garmisch-Partenkirchen aus erreichst Du den Haltepunkt „Hammersbach" in knapp 15 Minuten. Vom Bahnsteig sind es nur wenige hundert Meter zu Fuß bis zum Tourstart. Zusätzlich verkehren Busse zwischen Garmisch-Partenkirchen, Grainau und Eibsee. Eine aktuelle Übersicht findest Du unter https://www.grainau.de/busfahrplan/.

Der Tourenverlauf

Die Wanderung lässt sich klar in vier Abschnitte teilen: der Zustieg von Hammersbach zur Höllentaleingangshütte, die Klamm selbst, das Hochtal bis zur Höllentalangerhütte und der Rückweg. Wenn Du weißt, was Dich in jedem Abschnitt erwartet, kannst Du Deine Kondition gut einteilen.

Hammersbach bis Höllentaleingangshütte

  • ca. 1 Std.
  • 290 hm
  • schattiger Bergwald

Vom Parkplatz Hammersbach folgst Du der ausgeschilderten Route Richtung Höllentalklamm. Erst geht es ein paar hundert Meter durch eine malerische Wald- und Wiesenlandschaft, dann nimmt Dich ein gut ausgebauter Forstweg auf, der stetig, aber gleichmäßig ansteigt. Du wanderst zunächst parallel zum Hammersbach, bevor sich der Weg etwas steiler nach oben windet. Dabei läufst Du fast ausschließlich durch den schattigen Bergwald. Nach rund einer Stunde erreichst Du die Höllentaleingangshütte auf etwa 1.045 Metern. Hier ist die Kasse für den Klammeintritt, und ggf. auch ein guter Ort für eine erste Einkehr und Rast.

Durch die Höllentalklamm

  • ca. 30 bis 40 Min.
  • 150 hm
  • bis 150 m tief
  • Tunnel & Stege

Hinter der Eingangshütte beginnt der spektakulärste Teil der Tour. Auf gut tausend Metern Länge zwängt sich der Weg durch eine bis zu 150 Meter tiefe Schlucht. Du gehst über schmale Stege, durch in den Fels gesprengte Tunnel und an mehreren Wasserfällen vorbei, immer mit dem Hammersbach unter Dir. Zwischen den hohen Felswänden steht kühle, feuchte Luft. Wasser sickert aus dem Stein, rinnt über Brüstungen und Stege, und an manchen Passagen wirst Du auch bei Sonnenschein von feinen Tropfen erwischt. Genau das macht den Reiz aus: Du erlebst Wasser, Stein und Druck der Berge so direkt wie sonst kaum irgendwo.

Klammausgang bis Höllentalangerhütte

  • ca. 45 Min.
  • 190 hm
  • Hochtal

Am oberen Klammausgang öffnet sich das Tal. Du wanderst unter den Wänden von Alpspitze und Waxenstein, vorbei an den Gebäuderesten des ehemaligen Bergwerks. Der Weg steigt nochmals moderat an, bis Du nach rund 45 Minuten die Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern erreichst. Sie wird vom Deutschen Alpenverein bewirtschaftet und bietet eine große Sonnenterrasse mit Blick auf die umliegenden Felswände. Mit etwas Glück kannst Du von hier aus sogar Gämse beim Klettern beobachten.

Rückweg nach Hammersbach

  • ca. 2 Std.
  • bergab
  • Variante: Stangensteig

Für den Rückweg läufst Du normalerweise denselben Weg zurück. Die Klamm bergab zu erleben ist nochmal eine völlig andere Perspektive. Wer nicht zweimal durch die Schlucht will, nimmt kurz nach dem oberen Klammausgang den Stangensteig: ein schmaler, aussichtsreicher Pfad, der die Klamm außen umgeht. Der Stangensteig erfordert absolute Trittsicherheit, aber ist landschaftlich grandios. Beide Varianten enden wieder am Parkplatz Hammersbach, der Rückweg dauert rund zwei Stunden.

Schwierigkeit, Ausrüstung und Familientauglichkeit

Die Höllentalklamm-Wanderung gilt als mittel: kein Klettersteig, kein ausgesetztes Gelände, aber auch keine reine Spazierwanderung. Mit rund 630 Höhenmetern Aufstieg ist eine Grundkondition gefragt, und im engen Klammteil brauchst Du Trittsicherheit. Nass-glatte Stufen, ausgewaschene Wege und niedrige Tunneldecken sind ganz normal. Wer regelmäßig wandert oder im Alltag halbwegs fit ist, schafft die Tour gut.

Folgende Ausrüstung gehört neben der Verpflegung und Getränken mit auf die Tour:

  • Knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil — auf nass-glatten Stufen und den ausgewaschenen Wegen absolute Pflicht.
  • Leichte Regenjacke in der Klamm tropft es fast immer, auch wenn draußen die Sonne scheint. Hast Du eine empfindliche Kamera dabei, dann auch für diese einen wasserdichten Schutz mitnehmen!
  • Stirn- oder Taschenlampe (optional) in den langen Tunneln trotz künstlicher Beleuchtung hilfreich.
  • Stöcke (optional) angenehm bergab, in den engen Klammpassagen eher hinderlich.

Mit Kindern ab etwa acht Jahren ist die Tour gut machbar. An den nass-glatten Stegen und in den engen Felspassagen führst Du sie am besten dicht bei Dir; manche Familien nutzen zusätzlich eine Karabiner-/Seilsicherung. Eine Kraxe oder Tragehilfe ist in den niedrigen Tunneln unpraktisch.

Hunde dürfen mit, müssen aber an die kurze Leine. Viele Vierbeiner reagieren auf das Tosen des Wassers gestresst, daher solltest Du vorher einschätzen, ob sich der Trip für Deinen Vierbeiner eignet.

Einkehr auf der Höllentalangerhütte

Die Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern ist die natürliche Halbzeit-Belohnung der Tour. Sie gehört dem Deutschen Alpenverein, wird von Mai bis Anfang Oktober bewirtschaftet, bietet warme Tagesgerichte sowie Kuchen und Kaffee. Auf der Sonnenterrasse sitzt es sich grandios, mit Blick auf die schroffen, steilen Felswände der Zugspitze, Alpspitze und Waxensteine.

Wer mehr Zeit hat, kann auf der Hütte auch übernachten. Matratzenlager und Mehrbettzimmer stehen zur Verfügung. Eine Reservierung über das DAV-Portal ist im Sommer dringend empfohlen, gerade an Wochenenden. Insbesondere bei dem Aufstieg über den Höllentalferner Richtung Zugspitze ist die Höllentalangerhütte die perfekte Übernachtungsstation.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Wanderung durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte?

Für Hin- und Rückweg solltest Du etwa 4 bis 5 Stunden reine Gehzeit einplanen, mit Pausen und Hütteneinkehr realistisch 5 bis 6 Stunden für die ca. 11,5 Kilometer lange Tour.

Wie schwer ist die Höllentalklamm-Wanderung und ist sie für Anfänger und Kinder geeignet?

Die Tour ist mittel (T2) und damit für geübte Anfänger und Kinder ab etwa 8 Jahren machbar. Sie ist durchgehend markiert und ohne ausgesetzte Stellen, verlangt aber rund 630 Höhenmeter Aufstieg, Trittsicherheit auf nass-glatten Stufen und ruhige Nerven in den Tunnelpassagen.

Wo kann man für die Höllentalklamm-Wanderung in Hammersbach parken?

Direkt am ausgeschilderten Wanderparkplatz P2 Hammersbach im Grainauer Ortsteil Hammersbach. Er ist gebührenpflichtig und in der Hauptsaison schnell besetzt. Alternative Wanderparkplätze findet man in 1,2 km Entfernung P1 (Zugspitzstraße) oder 1,7 km Entfernung P4 (Kurhaus). Wer flexibel ist, fährt mit der Bayerischen Zugspitzbahn bis zum Haltepunkt Hammersbach und spart sich die Parkplatzsuche komplett.

Wie viele Höhenmeter hat die Wanderung zur Höllentalangerhütte?

Vom Wanderparkplatz Hammersbach auf rund 760 Metern bis zur Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern sind etwa 630 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Beim Rückweg auf demselben Weg legst Du die gleiche Strecke wieder bergab zurück.

Welche Ausrüstung brauche ich für die Höllentalklamm-Wanderung?

Wichtig sind knöchelhohe, gut profilierte Wanderschuhe, eine leichte Regenjacke gegen das Spritzwasser in der Klamm, eine Stirn- oder Taschenlampe für die Tunnel sowie genug Trinkwasser und ein Snack. Sollten Kinder mit auf die Wanderung genommen werden, sind zusätzliche Karabiner-/Seilsicherungen durchaus sinnvoll.

Wann hat die Höllentalklamm geöffnet?

Die Klamm ist nur in der schneefreien Jahreszeit zugänglich. Je nach Witterung und Schneelage wird sie im Laufe des Monats Mai eröffnet und Mitte Oktober wieder geschlossen. Während dieser Zeit ist die Klamm durchgehend 24 Stunden pro Tag geöffnet. Die aktuellen Öffnungstermine findest Du beim Deutschen Alpenverein oder der Tourist-Info Grainau.

Was kostet der Eintritt in die Höllentalklamm?

Die aktuellen Eintrittspreise für Erwachsene, Kinder, DAV-Mitglieder und Gruppen findest Du gesammelt auf unserer Informationen-Seite.

Kann man die Höllentalklamm im Winter umgehen?

Davon ist dringend abzuraten. Im Winter sind die Brücken und Stege in der Klamm abgebaut, und das Höllental ist akut lawinengefährdet. Eine Umgehung über den Stangensteig ist im Schnee nichts für Hobbywanderer. Wer im Winter wandern will, weicht besser auf die sicheren Winterwanderwege rund um Grainau, Eibsee oder Garmisch-Partenkirchen aus.

Es ist untersagt, sperrige Gegenstände wie Kinderwagen oder Fahrräder durch die Höllentalklamm zu führen. Somit ist auch eine Mitnahme von Rollstühlen, allein schon aufgrund der Höhenlage und der nicht barrierefreien Wanderwege, nicht möglich. Hunde sind grundsätzlich willkommen.

Knöchelhohe und rutschfeste Schuhe sind bei dieser Wanderung in jedem Fall anzuraten.

In der Klamm herrschen auch an Hochsommertagen kühle Temperaturen. Achte deshalb auf entsprechende Kleidung. Zudem ist die Besichtigung der Höllentalklamm eine recht feuchte Angelegenheit, da es auch an trockenen Tagen dauerhaft von den umliegenden Felswänden tropft. Eine Regenjacke hilft auf den engen Wegen besser als ein sperriger Schirm. Auch ein Schutz für Dein Smartphone oder Deinen Fotoapparat sollte nicht fehlen.

Die Höllentalklamm ist trotz des guten Ausbaus der Wege Teil einer rauen Natur, daher sind besondere Achtsamkeit und Vorsicht geboten. Solltest Du Kinder mit auf die Wanderung nehmen, sind zusätzliche Karabiner-/Seilsicherungen durchaus sinnvoll, denn Kinderaugen sind schnell abgelenkt.