Name und Entstehung der Höllentalklamm
Der Name "Höllental" lässt sich bis ins Jahr 1562 zurückverfolgen. Damals erscheint das Tal in den Quellen als "Hellethal". "Helle" ist das mittelhochdeutsche Wort für "Hölle". Mit der Hölle im religiösen Sinn hat der Name aber nichts zu tun. Wie der Namenforscher Wolf-Armin von Reitzenstein erklärt, bezeichneten die Bergbewohner mit "Hölle" früher Örtlichkeiten, die ihnen unheimlich waren oder die wegen ihrer Unzugänglichkeit besondere Mühe bereiteten. Die Deutung, der Name komme vom Wort "aushöhlen", ist aus sprachwissenschaftlicher Sicht hingegen nicht haltbar.
Geologisch besteht die Klamm aus Wettersteinkalk. Dieses Gestein entstand vor rund 240 Millionen Jahren in der mittleren Trias, als sich am Boden eines flachen Meeres mächtige Riff- und Schelfablagerungen bildeten. Später wurden diese Schichten bei der Entstehung der Alpen gefaltet und aufgerichtet. Die Klamm selbst ist geologisch deutlich jünger. Nach dem Rückzug der eiszeitlichen Gletscher hat sich der Hammersbach mit seinem Schmelz- und Regenwasser nach und nach tief in den Kalkfels eingeschnitten.
Blei- und Molybdänbergwerk im Höllental
Im Laufe Ihrer Wanderung zur Höllentalklamm werden Sie hier oder da auf alte Gebäudereste stoßen. Was hat es mit diesen auf sich? Bereits im 19. Jahrhundert wurde das Bergwerk im Höllental zur Gewinnung von Bleierzen eingerichtet. Als dann im Verlauf des ersten Weltkrieges der Rohstoff Molybdän als Stahlveredler an Wichtigkeit zunahm und "kriegsentscheidend" eingestuft wurde, wurde der Bergbau unter militärische Verwaltung gestellt, intensiv ausgebaut und um eine Seilbahn nach Grainau und ein E-Werk erweitert. Nach Ende des Krieges wurde das Bergwerk im Höllental wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt und 1925 mit den Knappenhäusern zwangsversteigert.
Noch heute zeugen Ruinen vom Bergbau im Höllental. Es wird aber dringend davon abgeraten eventuell noch bestehende Stollen zu erkunden, da die Holzeinbauten weitgehend verrottet sind und extreme Einsturzgefahr besteht.